


Areej Le Doré
Nepalese Patchouli
Die Geschichte
Russian Adam hat diesen Duft um einen einzelnen Rohstoff statt um eine Struktur herum aufgebaut. Das Haus nennt ihn eines der seltensten Patchouliöle aus den nebligen Bergen Nepals, tief und vielschichtig, und sagt unumwunden, dass dies kein konventioneller Patchouliduft ist, sondern eine Komposition, die den Rohstoff selbst offenlegen soll. Die Basis ist das Herzstück: eine Co-Tinktur aus schwarzem Trüffel, Orris, wildem sibirischem Moschushirsch und äthiopischem Zibeth, hergestellt mittels Ultraschall und Vakuuminfusion und als Trägerbasis verwendet, in der der gesamte Duft aufgebaut ist.


Patchouli
feuchte Erde und dunkler Kakao
Eine tiefe, erdige Dunkelheit, die nach feuchtem Boden, trockenem Holz und einem leisen bittersüßen Kakao duftet, mit einer kühlen, fast kampferartigen Kante. Sie wirkt erdend und ein wenig geheimnisvoll und verleiht allem, was sie berührt, Gewicht und Schatten.


Erdig
feuchter Boden nach dem Regen
Der mineralische Duft von nassem Erdreich, aus der Erde gezogenem Wurzelgemüse und im Garten umgegrabener Rote Bete. Kühl, roh und leicht bitter, erdet er einen Duft mit dem dunklen, feuchten Atem des Waldbodens.


Pudrig
weiche Stille gepflegter Haut
Eine samtige, leicht trockene Weichheit aus Iriswurzel, Veilchen und feinem Talk, wie Gesichtspuder oder von Haut erwärmtes, sauberes Leinen. Sie wirkt intim, verfeinert und nostalgisch und verschleiert einen Duft zu einem sanften, gepolsterten Schleier.


Animalisch
Warme Haut, Moschus und Muskeln
Eine rohe, körperwarme Moschusnote, die nach Haut, Haar und Fell duftet, mal süß und pudrig, mal scharf und leicht wild. Sie wirkt urtümlich und intim und verwischt die Grenze zwischen dem Duft und der Person, die ihn trägt.


Blumig
Blütenblätter in voller, sanfter Blüte
Der runde, taufrische Duft erblühender Blumen, weich und leicht süß mit einem pudrigen, nektarartigen Schimmer. Er wirkt romantisch und sanft, beschwört einen Garten im späten Frühling und ein Gefühl von Leichtigkeit auf der Haut.


Moosig
feuchter Waldboden und Rinde
Der feuchte, erdige Duft grünen Mooses auf schattiger Rinde, leicht bitter und tintig mit einer kühlen holzigen Tiefe. Er erdet einen Duft im Schatten des Waldbodens und verleiht eine alte, melancholische Eleganz, wie ein Atemzug in einem regennassen Wald.


Flieder
Kühle Frühlingsblüte mit einem grünen Stiel darunter
Was es ist
Flieder ist die Blüte der Syringa vulgaris, eines robusten Strauchs, der nur wenige Wochen im Spätfrühling blüht. Die Blüte gibt bei der Destillation fast kein Öl ab, weshalb nahezu jeder Flieder in der Parfümerie vom Parfümeur aus anderen Materialien nachgebildet wird, statt aus der Pflanze gewonnen zu werden.
Wie es riecht
Frisch, kühl und pudrig, eine leichte blumige Süße mit einem grünen, fast wässrigen Stiel darunter. Eine feine Bitterkeit und ein Hauch von Mandel bewahren sie davor, zuckrig zu werden. Wo Rose warm und Jasmin schwer wirkt, bleibt Flieder luftig und ein wenig wehmütig.
In der Parfümerie
Flieder wird eher konstruiert als geerntet, meist auf Basis von Terpineol, Zimtalkohol und Heliotropin mit einer Spur Indol. Er gehört zu den Frühlingsblumen und zu blassen, kühlen Kompositionen, denen er die Nostalgie eines alten Gartens verleiht, und verbindet sich leicht mit Hyazinthe, Veilchen und grünen Noten.
Gut zu wissen
Das Fehlen eines natürlichen Fliederöls zählt zu den ältesten Frustrationen der Parfümerie. Sowohl die Enfleurage als auch die moderne Headspace Analyse wurden eingesetzt, um es einzufangen, doch das Ergebnis bleibt stets eine Interpretation. Was man riecht, ist ein Porträt des Flieders, gemalt aus der Erinnerung.


Hyazinthe
Kühle Frühlingsblüten, grün-honigartig und narkotisch
Was es ist
Die dichte Blütenähre von Hyacinthus orientalis, einer zwiebeltragenden Frühlingspflanze, heimisch im östlichen Mittelmeerraum und intensiv in den Niederlanden kultiviert. Ein echtes Absolue wird durch Lösungsmittelextraktion aus den frischen Blüten gewonnen, ist jedoch selten und kostspielig, sodass synthetische Rekonstruktionen nahezu alle modernen Anwendungen dominieren.
Wie es riecht
Intensiv grün und blättrig mit einer kühlen, wässrigen Frische, durchzogen von einer scharfen, grün-honigsüßen Note und einem betörend narkotischen Blütenherz. Eine erdige, leicht zwiebelartige Unternote erdet sie. Die Eröffnung wirkt knackig und saftig, bevor sie sich in eine weiche, indolische Blütenwärme legt.
In der Parfümerie
Eine Herznote, die grünes, frühlingsfrisches Volumen und Auftrieb verleiht, oft gepaart mit Galbanum, Narzisse, Rose und Veilchenblatt. Sie trug zur Prägung klassischer grüner Florals bei und liefert die kühle, taufrische Textur, die einen Frühlingsgarten-Akkord kurz nach dem Regen definiert.
Gut zu wissen
Die charakteristische grün-honigartige Schärfe stammt größtenteils von Phenylacetaldehyd, der im Absolue kaum ein Prozent ausmacht, jedoch in äußerst geringen Konzentrationen wahrnehmbar ist. Da echtes Hyazinthenöl unerschwinglich teuer ist, rekonstruieren Parfümeure die Note aus Molekülen wie PADMA, dem stabileren Acetal dieses Aldehyds.


Blauer Lotus
Die heilige Seerose der Pharaonen und Träume
Was es ist
Die blaue Lotusblume ist Nymphaea caerulea, die blaue ägyptische Seerose, eine sternblütige Blume, verwurzelt im Nilschlamm und in Teichen Nord- und Ostafrikas. Die Blüten werden mit Hexan lösungsmittelextrahiert zu einem Concrete, dann mit Ethanol gewaschen zu einem dicken, dunklen Absolue, das ihre empfindlichen aromatischen Verbindungen bewahrt.
Wie es riecht
Süß und honigartig mit einer grünen, wässrig-floralen Note und weichen, fruchtigen, Lychee-artigen Untertönen, umrahmt von einer erdigen, leicht würzigen Wärme und einem wachsig-pudrigen Fundament. Die Eröffnung ist kühl und aquatisch wie ein Teich bei Tagesanbruch, dann trocknet es harzartig und balsamisch aus, eher meditativ als strahlend.
In der Parfümerie
Eine Herznote, die für ihren exotischen floralen Charakter geschätzt wird, der aquatische Frische und warme Süße verbindet; typischerweise unter fünf Prozent dosiert, da es sehr stark ist. Selten und kostspielig, erscheint es in Nische-Kompositionen sowie Amber-Weihrauch-Akkorden rund um altägyptische und meditative Themen.
Gut zu wissen
Die alten Ägypter verehrten die Blüte als Symbol der Wiedergeburt und der Sonne, bildeten sie auf Grabwänden ab und mazierten sie in Wein wegen ihrer milden psychoaktiven Wirkung. Sie öffnet sich bei Tagesanbruch und schließt sich bei Einbruch der Dunkelheit, ein täglicher Zyklus, der sie mit Auferstehungsmythen verband.


Nepalesisches Patchouli
Kühle Himalaya Erde im Schatten von Veilchen, langsam in der Entfaltung
Was es ist
Nepalesisches Patchouli ist ein Öl, das aus Pogostemon cablin destilliert wird, der hoch in den Ausläufern des Himalaya wächst, wo kalte Nächte und dünne Bergluft das Wachstum der Pflanze verlangsamen. Die Blätter werden vor der Destillation fermentiert und getrocknet, und das daraus gewonnene Öl ist weitaus seltener als das indonesische Material, das den Großteil der Welt versorgt.
Wie es riecht
Erdig und facettenreich statt süß, eröffnet es grün und fast mineralisch, bevor die feuchte Tiefe des Waldbodens eintritt. Wo gewöhnliches Patchouli schokoladig und dicht wird, bleibt das nepalesische Öl kühl und vielschichtig, mit veilchenartigen Schattierungen, feuchter Wurzel und einer trockenen, holzigen Rauheit, die sich über Stunden weiter entfaltet.
In der Parfümerie
Mehr als hundert aromatische Moleküle stecken in diesem Öl, weshalb es eine Komposition allein tragen kann, statt nur als Basis zu dienen. Parfümeure setzen es dort ein, wo Patchouli das Thema sein soll und nicht der Schatten, und kombinieren es mit Orris und kühlen Blumennoten, die seine pudrigen und veilchenartigen Facetten hervorheben.
Gut zu wissen
Patchouli ist eines der wenigen Materialien, die mit der Zeit besser werden. Frisch destilliertes Öl ist scharf und grün, nach mehreren Jahren legt sich die Schärfe und die Süße vertieft sich. Ernten aus großer Höhe werden gerade wegen der Komplexität geschätzt, die Höhenlage und langsames Wachstum hervorbringen.


Orrisbutter
Gepudertes Veilchen, verwurzelt in geduldiger Erde
Was es ist
Orris ist das Aromamaterial aus dem Rhizom von Irisblüten, hauptsächlich Iris pallida aus den Hügeln der Toskana. Die Wurzeln werden geerntet, getrocknet und drei bis sechs Jahre gereift, damit Enzyme langsam Irone entwickeln; dann werden sie gemahlen und wasserdampfdestilliert zu einer wachsartigen, elfenbeinfarbenen Orris-Butter.
Wie es riecht
Ein kühler, pudriger Veilchenduft mit einer wildlederartigen, fast essbaren Karotten-und-Rohmehl-Facette. Es wirkt eher trocken als süß, ruft Gesichtspuder, weiches Leder und feuchten Boden hervor und trägt einen silbrigen, leicht metallischen Schimmer, der zugleich floral und wurzelig wirkt.
In der Parfümerie
Ein Herz- und Basismaterial, geschätzt für seinen Körper und einen pudrigen Auftrieb, der scharfe Florale und Holzdüfte glättet. Es kombiniert sich mit Veilchen, Rose, Irisblatt und Ambrette. Es definiert eine ganze Linie raffinierter pudriger Iris- und aldehydischer Floral-Kompositionen.
Gut zu wissen
Orris zählt zu den kostspieligsten Naturmaterialien der Parfümerie. Eine Tonne gereiften Rhizoms ergibt nur etwa zwei Kilogramm Orris-Butter, und irishaltiger Qualitäten können hunderttausend Dollar pro Kilogramm übersteigen, da die Kosten durch die jahrelange Reifung vor jeder Duftentwicklung bedingt sind.


Ägyptisches Veilchenblatt
Kühles grünes Blatt mit dem Duft von zerdrücktem Gras und Gurke
Was es ist
Ein Absolue, gewonnen aus den Blättern von Viola odorata, dem Wohlriechenden Veilchen, der vor allem rund um Grasse und in Ägypten angebaut wird. Frische Blätter werden mit Lösungsmittel in eine wachsartige Concrète überführt, die anschließend mit Alkohol zu einem dicken, tiefgrünen Extrakt aufgearbeitet wird. Etwa eine Tonne Blätter ergibt weniger als ein Kilogramm Absolue.
Wie es riecht
Frisch, grün und wässrig, eher grünblätterig als blumig. Es eröffnet mit zerdrücktem Blatt und gemähtem Gras über einem kühlen Gurkenton und einem leicht metallischen Unterton. Mit dem Abklingen tritt eine trockene, leicht ledrige und erdige Facette hervor, die deutlich trockener ist als die kandierte violette Blüte selbst.
In der Parfümerie
Eine Kopf-bis-Herz-Note, geschätzt für ihre grüne Frische und einen transparenten, leicht ledrigen Aufschwung. Sie harmoniert mit Iris, Rose, Gurke und Leder und kühlt Fougères. Sie ist eine Signatur-Note in klassischen grün-ledrigen Kompositionen; viele Veilchenblatt-Eröffnungen stützen sich zudem auf synthetisches Methyloctincarbonate.
Gut zu wissen
Ihr Charakter wird von einem einzigen Spurenmolekül getragen, (2E,6Z)-Nonadienal, bekannt als Veilchenblattaldehyd oder Gurkenaldehyd, das in einer Konzentration von etwa einem Prozent vorliegt und dennoch den Hauptteil des Dufterlebnisses ausmacht. Dasselbe Molekül verleiht frisch geschnittener Gurke ihren grünen Duft.


Russisches Eichenmoos
Die feuchte grüne Seele des Waldbodens
Was es ist
Eichenmoos ist kein echtes Moos, sondern eine Flechte, Evernia prunastri, die auf Eichen und anderen Laubbaumrinden im gemäßigten Europa wächst, besonders auf dem Balkan, in Frankreich und Marokko. Die geernteten Thalli werden lösungsmittelextrahiert zu einem dunklen, zähflüssigen Concrète und Absolue, den in der Parfümerie verwendeten Rohstoffen.
Wie es riecht
Tief erdig und waldgrün, mit feuchter Rinde, nassem Stein und einem ledrigen, tintenartigen Unterton. Eine trockene, leicht bittere Moosigkeit trägt marine und teerartige Facetten. Der Effekt ist schattig statt frisch und beschwört den kühlen Boden unter alten Bäumen herauf, nachdem der Regen den Boden durchtränkt hat.
In der Parfümerie
Eine Basisnote und das Rückgrat der Chypre-Familie, die Struktur, Tiefe und eine Vintage-Signatur verleiht. Es harmoniert klassisch mit Bergamotte, Labdanum und Patchouli. Es definiert die großen Pfirsich-Gewürz-Chypres und den grünen Kern klassischer Galbanum-Blüten sowie unzählige moosige Fougères und Herrensignaturen.
Gut zu wissen
Eichenmoos-Extrakte enthalten Atranol und Chloratranol, starke Hautallergene, die die EU 2017 faktisch verboten hat. IFRA schreibt nun allergenreduzierte, atranolärmere Versionen vor, die diese Moleküle auf Spurenmengen beschränken, was leise die Art und Weise verändert hat, wie der klassische Chypre in reformulierten modernen Parfums riecht.


Schwarzer Trüffel
Feuchte Erde, Kellerstein und etwas leicht Animalisches
Was es ist
Der schwarze Trüffel ist der Fruchtkörper eines Pilzes, der unterirdisch in Symbiose mit den Wurzeln von Eiche und Hasel wächst, über den Winter reift und von ausgebildeten Hunden aufgespürt wird. Ein Großteil seines Aromas stammt von Dimethylsulfid und Androstenon, wobei Letzteres auch ein Pheromon von Säugetieren ist.
Wie es riecht
Tief, feucht und herzhaft: nasse Erde, Kellerstein und Pilz, mit etwas leicht Animalischem darunter. Es liegt auch eine Süße darin, näher an Kakao oder Haselnuss als an Zucker. Man spürt es eher, als dass man es riecht, es füllt einen Raum leise und entzieht sich jeder Einordnung.
In der Parfümerie
Trüffel ist als Parfümeriematerial selten und kostspielig und wird eher in Tinkturen als in dominanter Note verwendet. Er verleiht eine erdige, leicht erotische Tiefe, die Hölzer und Wurzeln lebendig statt trocken wirken lässt. Eine sehr kleine Menge genügt, um eine ganze Basis zu verändern.
Gut zu wissen
Das Aroma des Trüffels ist bekanntermaßen flüchtig und übersteht weder Hitze noch Zeit gut, weshalb Köche ihn erst im letzten Moment roh hobeln. Ihn für ein Parfüm einzufangen bedeutet meist, den frischen Pilz direkt in die Parfümbasis einzulegen, ein langsamer und teurer Prozess.


Iriswurzel
Kühles, pudriges Veilchen aus geduldigen Wurzeln
Was es ist
Das Rhizom der Iris, hauptsächlich Iris pallida und Iris germanica, wird vorwiegend in der Toskana und in Marokko angebaut. Nach der Blüte wird die Wurzel ausgegraben, von Hand gereinigt, dann drei bis fünf Jahre getrocknet und gelagert, damit sich die Duftstoffe entwickeln, bevor sie gemahlen und zu wachsartiger Orris-Butter dampfdestilliert wird.
Wie es riecht
Kühl, trocken und pudrig, mit einer zarten veilchenartigen Süße, die von einer leicht erdigen, Karotten-und-Wildleder-Qualität umhüllt wird. Es wirkt silbrig und fast essbar, wie Irisblütenblätter auf frischem Brot oder Reispuder. Verfeinert und zurückhaltend, verweilt es als sanfter, make-up-artiger Schleier.
In der Parfümerie
Ein Herz-bis-Basismaterial, geschätzt für seine pudrige Eleganz und stille Diffusion, das die Irone beisteuert, die eine Veilchen-Wildleder-Signatur erzeugen. Es harmoniert mit Rose, Veilchen, Leder und Moschus. Es definiert die pudrig-irissige Signatur unzähliger moderner Herrendüfte und irisbetonter Klassiker.
Gut zu wissen
Die jahrelange Reifung, die für die Entwicklung von Ironen erforderlich ist, macht Orris zu einem der kostspieligsten Naturstoffe der Parfümerie: Raffinierte Orris-Butter kann Zehntausende von Dollar pro Kilogramm kosten, da aus Hunderten von Kilo Wurzel kaum eines gewonnen wird. Der Duft sitzt in der Wurzel, nicht in der Irisblüte.


Wilder sibirischer Hirschmoschus
Kabardiner Moschus vom Hirsch der Taiga
Was es ist
Getrockneter Drüsenmoschus des männlichen Sibirischen Moschushirsches, Moschus moschiferus, der in der borealen Taiga Sibiriens, der Mongolei und des russischen Fernen Ostens vorkommt. Historisch als Kabardiner gehandelt, ist er eine der regionalen Qualitäten des echten Hirschmoschus, neben dem begehrten Tonquin sowie den Assam- und Nepal-Typen.
Wie es riecht
Roh ist er scharf animalisch, ammoniakalisch und fäkalisch, aus dem Pod heraus beinahe erschütternd. Nach monatelanger Tinkturisierung und Reifung weicht das in einen warmen, leicht ledrig-trockenen Holzmoschus mit pudrigem Strahlen und Hauthaftigkeit. Kenner ordnen ihn eine Stufe unterhalb des Tonquin ein: gröber, weniger rund, weniger honigartig und süß.
In der Parfümerie
Historisch als Fixiermittel und animalisches Herz eingesetzt, vor dem Verschneiden monatelang in Alkohol tinkturisiert. Kabardiner hatte einen geringeren Muscone-Gehalt und eine rauere Kante als die Referenzqualität Tonquin und war daher günstiger, erzielte aber dennoch außergewöhnliche Summen, als natürlicher Hirschmoschus die großen Fougères und Orientaldüfte trug.
Gut zu wissen
Moschus moschiferus steht seit 1979 auf der CITES-Liste, die meisten Populationen heute in Anhang I. Jede Drüse liefert nur etwa fünfundzwanzig Gramm, sodass für ein Kilogramm rund dreißig bis vierzig Männchen sterben, weitaus mehr durch unterschiedsloses Fallenstellen. Echter sibirischer Moschus überlebt in Vintage-Flacons und einigen wenigen rein naturalen Handwerksparfümhäusern; nahezu jedes moderne Parfüm verwendet stattdessen synthetische Moschus.


Äthiopischer Zibeth
Tierische Wärme, die Blumen unanständig erblühen lässt
Was es ist
Eine Drüsenpaste der afrikanischen Zibetkatze, eines nachtaktiven katzenartigen Säugetiers, das sie aus einem Perianalbereich absondert, historisch von Hand abgeschabt und in Alkohol tinktiert. Die moderne Parfümerie verwendet stattdessen synthetisches Civetone, ein großringiges Keton, dessen makrozyklische Struktur von Leopold Ruzicka 1926 aufgeklärt wurde.
Wie es riecht
Roh und unverdünnt ist es schockierend fäkal, scharf und indolisch, mit Skatol- und Sauerbutternoten. Zu Spuren verdünnt wird es warm, honigartig und leicht lederartig, mit einem Tabakhall und hautähnlicher Ausstrahlung. Der Wechsel von abstoßend zu verführerisch vollzieht sich allein durch die Verdünnung.
In der Parfümerie
Ein Basisnoten-Fixativ, geschätzt für Ausstrahlung und karnale Wärme, das Blüten ein lebendiges, hautähnliches Leuchten verleiht. Ein Klassiker neben Jasmin und Rose in animalischen Chypres und Orientalen. Spurenweise Civet prägte viele Vintage-Aldehyd-Florals und ambrig-orientalische Düfte, bevor synthetisches Civetone das natürliche Material verdrängte.
Gut zu wissen
Die traditionelle Zibettierhaltung hielt Tiere unter grausamen Bedingungen, um die Paste zu gewinnen, was aus ethischen Gründen zu einem nahezu vollständigen Wechsel zu synthetischem Civetone führte. Diese Parfümerie-Civet hat nichts mit der Asiatischen Palmzibetkatze hinter dem Kopi-Luwak-Kaffee zu tun, einer völlig eigenständigen Art.
Duftcharakter
Der Auftakt ist kühl und diesig statt warm, blasse Blumen mit einem animalischen Moschus, der darunter bereits aufflackert. Dann übernimmt das Patchouli die Führung, erdig und facettenreich, aber fein, und entfaltet grüne, holzige und mineralische Facetten. Orrisbutter glättet es zu gepuderter Weichheit, Veilchenblatt fügt eine grüne Kante hinzu und russisches Eichenmoos zieht es Richtung Waldboden. Die Basis ist feucht, wurzelig und animalisch, wobei Trüffel und Zibeth das Patchouli unterstützen, statt es zu überdecken.
Am besten getragen
Herbst und Winter, feucht kühles Wetter, Abende und enge Gesellschaft. Sein Radius ist eher intim bis moderat als raumfüllend, was bei einer so dichten Komposition ein Vorzug ist.
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Die Stimmung
Die Nase

Russian Adam
Gründer und Parfumeur
Ein russischer Destillateur, der in Südostasien arbeitet. Er führt die Destillerie Feel Oud, kocht seine eigenen Adlerholz- und Sandelholzöle und verarbeitet sie unter Areej Le Dore zu kleinen, nummerierten Chargen: Siberian Musk, Russian Oud, War and Peace und Ottoman Empire.
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Die Maison
Orientalische Vintage-Düfte auf Basis von echtem Moschus, gealtertem Oud und Ambra, abgefüllt, solange es die Originale noch gibt.
Russian Adam arbeitet ausschließlich mit natürlichen und Vintage-Materialien, echtem Eichenmoos, von Hand destillierten Attars, gealterten animalischen Noten und kostbarer Ambra. Einen davon zu tragen fühlt sich deshalb weniger nach dem Aufsprühen eines Duftes an als nach dem Öffnen einer Schublade voller Schätze aus einer alten Welt. Die Chargen sind winzig, nummeriert und kehren nach dem Ausverkauf nur selten in derselben Form zurück.
- Herkunft
- Thailand
- Gegründet
- 2016
- Bekannt für
- Hirschmoschus, gealtertes Oud, Ambra








































