


Bidzina Kanchaveli
Envy
Die Geschichte
Envy ist würzig, animalisch und ledrig und darauf komponiert, spät zu erscheinen: zunächst zurückhaltend, dann stetig präsenter und schwerer zu ignorieren. Kanchaveli schreibt, dass der Duft nur kurz wahrgenommen wird und den Erwartungen nicht entspricht, und dass Augenblicke später etwas zu fehlen scheint, eine feine Lücke, die die Nase immer wieder zu ihm zurückzieht. Die Anziehungskraft, sagt er, entsteht aus dem Fehlen von etwas, das scheinbar nie da war. Jede Flasche ist eine handgefertigte Porzellanskulptur, nummeriert und einzigartig.


Leder
gegerbte Haut, Rauch und Haut
Der trockene, rauchige Duft gegerbter Haut, gesäumt von Birkenteer, Tabak und einem leisen bitteren Raspeln. Er wirkt selbstsicher und eingetragen, beschwört eine geliebte Jacke, Wildlederhandschuhe und ein stilles Gefühl von Autorität auf der Haut.


Animalisch
Warme Haut, Moschus und Muskeln
Eine rohe, körperwarme Moschusnote, die nach Haut, Haar und Fell duftet, mal süß und pudrig, mal scharf und leicht wild. Sie wirkt urtümlich und intim und verwischt die Grenze zwischen dem Duft und der Person, die ihn trägt.


Warm-würzig
glühende Glut der Gewürzschublade
Die runde Hitze von Zimt, Nelke und Muskat, trocken und leicht harzig, eher wie eine backende Speisekammer als eine scharfe Küche. Sie erzeugt eine erglühte, einhüllende Wärme, die intim und nach kalter Jahreszeit wirkt und die Haut von innen umarmt.


Rauchig
verkohltes Holz und aufsteigende Glut
Der trockene, verkohlte Duft brennenden Holzes, schwelenden Weihrauchs und verharrender Asche, mal teerig, mal zart und grau. Er wirkt grüblerisch und atmosphärisch und beschwört ein erlöschendes Feuer und einen kühlen Luftzug, der seinen letzten Atem trägt.


Würzige Noten
Das warme Knistern, das einen Duft zum Leben erweckt
Was es ist
Eine Akkordkategorie statt eines einzelnen Materials, aufgebaut aus Gewürzpflanzen: Nelkenknospen, Zimtrinde, schwarze Pfefferkörner, Muskatnusssamen, Kardamomkapseln und Ingwerrhizom. Die Aromen werden durch Dampfdestillation oder CO2-Extraktion des getrockneten Teils gewonnen oder mit Aromachemikalien wie Eugenol und Zimtaldehyd nachgebildet.
Wie es riecht
Warm, trocken und stechend, mit einer leichten Wärme in der Nase. Pfeffer wirkt scharf und knackig, Nelke medizinisch und betäubend, Zimt süß und holzig, Muskat staubig. Der Blend öffnet hell und beißend, um sich dann in einer runden, ambrigen Wärme einzupendeln, wenn die flüchtige Schärfe verfliegt.
In der Parfümerie
Meist ein Herz- oder Kopfakzent, der Energie, Kontrast und Wärme verleiht. Er verbindet Zitrus-Kopfnoten mit holzig-ambrigen Basisnoten und belebt Florals und Orientales. Er harmoniert mit Rose, Amber, Leder und Tabak. Er kommt in Pfeffer-und-Nelken-Gewürzstudien und in den großen würzigen Orientales des zwanzigsten Jahrhunderts zur Geltung.
Gut zu wissen
Der mittelalterliche Gewürzhandel machte diese Materialien gewichtsbezogen wertvoller als Gold und trieb Seereisen an, die Weltkarten neu zeichneten. Nelkeneugenol und Zimtaldehyd sind als Hautsensibilisatoren eingestuft, weshalb die IFRA ihren Einsatz begrenzt und Parfümeure so zu sanfteren synthetischen Gewürzmolekülen drängt.


Animalische Noten
Das warme, hautnahe Knurren unter einem Duft
Was es ist
Animalische Noten bezeichnen eine Familie warmer, körperähnlicher Akkorde, die historisch aus Moschusdrüsen von Hirschen, Zibet, Castoreum von Bibern und Ambra von Pottwalen gewonnen wurden. Heute werden sie fast ausschließlich aus Aromastoffen und pflanzlichen Quellen wie Ambrette und Labdanum nachgebildet, da die ursprünglichen Materialien eingeschränkt oder verboten sind.
Wie es riecht
Ein Spektrum der Wärme: Moschus wirkt weich und hautartig, Zibet scharf und fäkal in Spurenmengen, doch samtig wenn verdünnt, Castoreum lederig und rauchig, Ambra salzig-süß und marin. Zusammen evozieren sie Fell, Atem, Schweiß und Intimität an der Schwelle zwischen sauber und schmutzig.
In der Parfümerie
In die Basis eingearbeitet, um Tiefe und eine lebendige menschliche Wärme hinzuzufügen, die einen Duft eher getragen als aufgesprüht erscheinen lässt. Sie treiben das fleischliche Herzstück der großen animalischen Orientalen und der klassischen animalischen Chypres und Leder an.
Gut zu wissen
Echter Moschus erforderte einst das Töten des männlichen Moschushirsches für seine Drüse; die Art steht nun unter CITES-Schutz und der Handel mit natürlichem Moschus ist verboten. Praktisch alle modernen animalischen Stoffe sind synthetisch oder pflanzlich, ein frühes, bleibendes Beispiel dafür, dass die Parfümerie Grausamkeit gegen Chemie eintauschte.


Leder
Gegerbtes Fell, Rauch und animalische Wärme
Was es ist
Leder ist ein Akkord, keine einzelne Zutat: Es gibt kein ätherisches Lederöl. Parfumeure rekonstruieren seinen Duft aus Birkenteer und Cade (rauchig destillierte Hölzer), Styrax- und Labdanum-Harzen, Isobutylchinolin und modernen Molekülen vom Safralein-Typ, die historisch die Gerbstoffe und Öle widerspiegeln, die einst zur Lederverarbeitung verwendet wurden.
Wie es riecht
Rauchig, trocken und animalisch, von geschmeidigem neuem Wildleder bis zu teerigem altem Sattelzeug. Birkenteerversionen wirken rußig und phenolisch, fast nach Lagerfeuer und Pflaster; weichere Wildlederakkorde werden pudrig, blumig und hautwarm. Je nach den begleitenden Harzen kann es bitter-grün, aschig oder süß tendieren.
In der Parfümerie
Eine Basisnoten-Signatur, die Tiefe, Struktur und eine sinnliche Kante verleiht und mit Rose, Veilchen, Tabak, Oud und Blumenherzen harmoniert. Ikonisch in den großen russisch-ledrigen und rauen Trockenleder-Stilen, jeder eine andere Facette des Akkords.
Gut zu wissen
Das Genre wurde in Russland geboren, wo Bucheinbände und Stiefel mit Birkenteer behandelt wurden; der klassische russische Lederstil ruft genau diesen Duft hervor. Echte Gerbungsöle wurden aus Sicherheitsgründen weitgehend eingeschränkt, sodass heutige Lederdüfte fast vollständig das Werk geschickter synthetischer Rekonstruktion sind.
Duftcharakter
Leder führt durchgehend, darunter eine animalische Wärme, oben warme Gewürze und ein rauchiger Faden, der sich durch den ganzen Duft zieht. Er eröffnet leiser, als er endet, und die Zurückhaltung ist Teil der Komposition, kein Makel.
Am besten getragen
Abende und kühles Wetter, direkt auf der Haut statt über Kleidung, wo sich sein langsamer Aufbau entfalten kann.
Optionen auswählen



Die Stimmung
Die Nase

Bidzina Kanchaveli
Gründer und Parfumeur
Georgischer Künstler und früherer Filmemacher, der sein eigenes Berliner Atelier führt und jeden Flakon aus Beton oder Porzellan neben dem Duft von Hand formt. Zu seiner Color Series gehören Kanchaveli White und Kanchaveli Yellow; die Extraits der Emotion Series sind Kanchaveli Hate, Kanchaveli Fear, Kanchaveli Grief und Kanchaveli Envy.
Die Maison
Ein Duft, komponiert aus dem Inneren einer einzigen Emotion, in einem von Hand gegossenen Flakon.
Bidzina Kanchaveli ist ein georgischer Künstler und Filmemacher, der aus einem Berliner Atelier heraus arbeitet, und er baut jeden Extrait aus dem Inneren eines einzelnen emotionalen Zustands heraus auf, statt um eine Notenpyramide herum. Jede Flasche wird von Hand aus Porzellan gedreht oder aus Beton gegossen, sodass Objekt und Duft als ein Stück ankommen.
- Herkunft
- Berlin, Deutschland
- Bekannt für
- The Emotions and Colour series










































